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Elektromobilität: In vier Schritten zur eigenen Ladestation
©Elektro+/ABB

Elektromobilität: In vier Schritten zur eigenen Ladestation

Kunde: ELEKTRO+

Von der Vorbereitung bis zur Installation – Tipps von der Initiative ELEKTRO+

In Zeiten von bereits bestehenden und drohenden Dieselfahrverboten können sich immer mehr Deutsche vorstellen, auf ein Elektroauto umzusteigen: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 41 Prozent der Autofahrer dazu bereit wären. Doch mit der Anschaffung eines E-Autos gilt es auch, sich Gedanken über seine schnelle, sichere und effiziente Aufladung im eigenen Zuhause zu machen. Prinzipiell können Besitzer ihr Fahrzeug an einer normalen 230-Volt-Steckdose aufladen, diese ist aber für eine solche Dauerbelastung – der Ladevorgang würde bis zu 14 Stunden dauern – nicht ausgelegt. Empfehlenswert ist daher die Installation einer freistehenden Ladesäule oder einer sogenannten Wallbox direkt in der Garage, im Carport oder am Stellplatz. ELEKTRO+ erklärt, wie E-Auto-Besitzer in vier Schritten zur eigenen Stromtankstelle kommen:

1. Schritt: Voraussetzungen schaffen

Sowohl die Ladesäule als auch die Wandladestation, die Wallbox, benötigen einen Dreiphasenwechselstrom-Anschluss mit 400 Volt, wie er auch für Elektroherde verwendet wird. Sie liefern eine Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt, die Batterien des Fahrzeugs sind dann nach wenigen Stunden vollständig geladen. Für den Drehstromanschluss ist ein eigener Stromkreis mit einem ausreichend dicken Kabel erforderlich, um die bestehende Hausinstallation vor Überlastung zu schützen. Zusätzlich sinnvoll ist ein Elektroinstallationsleerrohr für die Aufnahme einer Datenleitung. „Damit weder das Auto, die elektrische Anlage noch die Fahrer zu Schaden kommen, ist jede Ladestation darüber hinaus mit Schutzeinrichtungen zu versehen“, erklärt Dr. Volker Biewendt von der Initiative ELEKTRO+. Dazu gehören ein ein fachgerecht installierter Leitungsschutzschalter (LS) sowie ein geeigneter Fehlerstromschutzschalter (FI) und Überspannungsschutz.

In bestehenden Häusern sollten E-Auto-Besitzer unbedingt einen qualifizierten Elektrofachmann in die Planungen für die eigene Stromtankstelle einbeziehen. Er kann analysieren, welche Voraussetzungen bereits vorhanden sind und welche Installationen nachgerüstet beziehungsweise modernisiert werden müssen.

2. Schritt: An Zusatzfunktionen denken

Vor dem Kauf einer Ladestation sollte der Käufer überlegen, ob er bestimmte Zusatzfunktionen nutzen möchte. Besitzt er zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage und möchte den damit produzierten Strom auch für sein Elektrofahrzeug nutzen, muss er einen Energiemanager installieren. Sollen gar mehrere E-Autos parallel geladen werden, ist ein Zusatzmodul für die Integration in ein Lastmanagement erforderlich. Und wer den Stromverbrauch des Autos separat erfassen oder die Kosten dafür abrechnen will, benötigt einen zusätzlichen Stromzähler.

3. Schritt: Ladevorrichtung installieren lassen

Die Installation der Wallbox oder einer freistehenden Ladesäule sollten E-Auto-Fahrer unbedingt dem Fachmann überlassen. „Der Experte berät Interessierte auch zum  Steckersystem der Ladevorrichtung, damit dieses auch zum Auto passt“, so Biewendt. Bei europäischen Automodellen ist der Ladestecker vom Typ 2 Standard. Asiatische Hersteller liefern aber auch Fahrzeuge mit Typ-1-Steckern; da in Deutschland angebotene Heimladestationen meist mit Typ-2-Steckern ausgestattet sind, ist in diesem Fall ein entsprechender Adapter nötig. Und: Da mit einer Nennladeleistung von über 12 Kilowatt viel Strom über einen längeren Zeitraum aus dem Stromnetz bezogen wird, muss die Ladestation beim Netzbetreiber angemeldet und von diesem genehmigt werden.

4. Schritt: An die Mobilität der Zukunft denken

Auch, wenn die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht angedacht ist, ist es sinnvoll, bei einem Hausneubau oder einer Modernisierung der Elektroinstallation an die Zukunft zu denken. Entsprechende Vorbereitungen ermöglichen dann die problemlose Installation einer Ladevorrichtung: Bereits verlegte Elektroinstallationsleerrohre können die erforderlichen Zuleitungen aufnehmen, im Zählerkasten sollte Platz für einen zusätzlichen Zähler eingeplant werden.

Weitere Informationen bei ELEKTRO+

Weitere Informationen rund um die Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden hält die Initiative ELEKTRO+ in einer Broschüre bereit, die Interessierte kostenlos herunterladen können. Sie beschreibt ausführlich die Anforderungen, die Elektroinstallationen erfüllen müssen, um Ladeeinrichtungen auf privaten Grundstücken sicher und zuverlässig zu betreiben: www.elektro-plus.com/elektromobilitaet